PixInsight 1.9.3: Bekannte Probleme und Lösungen (Windows / macOS / Linux)
Das Folgende ist aus der Bekanntmachung bekannter Probleme der neuesten Version 1.9.3 (Lockhart build 1646) im offiziellen PixInsight-Forum zusammengestellt, mit den zugehörigen Lösungen versehen, damit Nutzer aller drei großen Plattformen sie zum Abgleich abarbeiten können.
Windows
XISF-Dateien werden von der Windows-Sicherheit als potenziell gefährlich eingestuft, was schwere Verzögerungen verursacht.
In manchen Windows-11-Installationsumgebungen stuft die Windows-Sicherheit XISF-Dateien als potenziell gefährlich ein, wenn eine auf Qt 6 basierende Anwendung eine Verzeichnissuche durchführt (kurioserweise lösen auf Qt 5 basierende Anwendungen das nicht aus). In der Standardeinstellung lädt und scannt die Windows-Sicherheit (sowie Windows Defender) bei einer Verzeichnissuche jede vorhandene XISF-Datei. Üblicherweise können schon 5 bis 10 XISF-Bilder in einem Ordner eine Verzögerung von 20 bis 30 Sekunden verursachen; enthält der Ordner mehr als 100 große XISF-Dateien, kann man sogar gezwungen sein, die Anwendung zwangsweise zu beenden.
Die Lösung ist einfach: in der Windows-Sicherheit einen Ausschluss für die betreffende Dateierweiterung hinzufügen. Allen Nutzern, die PixInsight unter Windows verwenden, wird empfohlen, Folgendes zu tun:
- Öffne das „Start“-Menü
- Klicke auf „Windows-Sicherheit“
- Gehe zu „Viren- & Bedrohungsschutz“
- Klicke unter „Einstellungen für Viren- & Bedrohungsschutz“ auf „Einstellungen verwalten“
- Klicke unten auf der Seite im Abschnitt „Ausschlüsse“ auf „Ausschluss hinzufügen oder entfernen“
- Bestätige die Eingabeaufforderung der Benutzerkontensteuerung (UAC)
- Klicke auf die Schaltfläche „Ausschluss hinzufügen“
- Wähle aus dem Dropdown-Menü „Dateityp“
- Gib im Feld „Dateierweiterung eingeben“
xisfein - Klicke auf „Hinzufügen“
Tatsächlich können alle Dateierweiterungen von PixInsight als gefährlich eingestuft werden, daher ist es ratsam, auch für die Erweiterungen xpsm, xdrz und xnml Ausschlüsse hinzuzufügen. Da diese Dateien aber meist sehr klein sind, hat ein Scan, selbst wenn er stattfindet, kaum Auswirkungen auf die Leistung. Beachte außerdem, dass andere Antivirensoftware ähnliche Probleme zeigen kann.
macOS
1. Die Installation bleibt bei „Registering updated components“ hängen. Bei der Installation auf Apple-Silicon-Rechnern kann sie sehr lange im Schritt „Registering updated components“ hängen bleiben und dabei eine offensichtlich ungenaue Meldung wie „Verbleibende Installationszeit: weniger als eine Minute“ anzeigen. Offiziell heißt es, man könne dagegen nichts tun – das liege ganz in der Verantwortung von macOS und seines Installationsmechanismus, und die Nutzer können sich nur in Geduld üben.
2. In manchen Menüs fehlen Symbole. Bestimmte Menüeinträge (besonders Bild- und Prozesssymbole sowie einige Einträge des Hauptmenüs) zeigen im Rechtsklick-Menü keine Symbole an. Das ist ein in Qt 6.8 noch ungelöstes Problem, das auch in Qt 6.8.2 nicht behoben ist. Es ist rein kosmetischer Natur und hat keinerlei Auswirkung auf die Funktion; offiziell hofft man, es in der nächsten Version der Kernanwendung zu beheben.
Linux
1. Die „Popup-Animation“ von KDE Plasma stört PixInsight erheblich. Neuere Versionen der KDE-Plasma-Desktopumgebung enthalten einen Effekt namens „Morphing Popups“ (Popup-Animation); ist er aktiviert, werden Aktionen in der PixInsight-Kernanwendung wie das Ziehen von Symbolen oder das Umschalten des View-Selektors sehr träge. Deaktiviere diesen Effekt einfach über die KDE-Systemeinstellungen – das ist ganz leicht.
2. Inkompatibel mit dem quelloffenen Nouveau-Grafiktreiber. Wenn deine Linux-Distribution standardmäßig Nouveau verwendet, musst du ihn entfernen und auf NVIDIAs proprietären Treiber umsteigen, damit PixInsight ordnungsgemäß funktioniert.
3. Wayland wird nicht unterstützt. Da Wayland kein globales Koordinatensystem besitzt, lässt sich die Position von Top-Level-Fenstern nicht programmatisch festlegen, was mit der grafischen Oberfläche von PixInsight unvereinbar ist. Wayland zu unterstützen würde bedeuten, einen erheblichen Teil der Kernanwendung neu zu schreiben. Um PixInsight unter Linux zu verwenden, brauchst du daher ein funktionierendes X11/XCB-System.