Erfahrungsbericht zur kostenlosen Software Siril
Dieser Artikel fasst meine Nutzungseindrücke aus dem Jahr 2021 zusammen. Siril wurde seither laufend aktualisiert, sodass Funktionen und Bewertung inzwischen von damals abweichen können – achte beim Lesen bitte auf den zeitlichen Kontext.
Siril ist eine kostenlose Software zur Bearbeitung astronomischer Bilder. Dieser Artikel gibt meine damaligen Nutzungseindrücke wieder – es ist nicht das mächtigste Werkzeug, aber als kostenlose Software hat es alles, was es haben sollte, und verdient einen Platz auf deiner Auswahlliste.
Kostenlose Software, und sie hat alles, was sie haben sollte
Ehrlich gesagt reichen Sirils Funktionen wohl nicht einmal an 20 % von PixInsight heran, und viele der eingebauten Bearbeitungswerkzeuge haben tatsächlich sehr wenige Optionen – gut bedienbar ist das nicht, es liegt eher auf dem Niveau „geht so“. Aber andererseits gibt es bei kostenloser Software nichts zu meckern, zumal sie zumindest weiterhin gepflegt und aktualisiert wird.
Schon am Menü lässt sich sein Designgedanke ablesen: Siril hat aus Photoshop und PixInsight jeweils die eher gebräuchlichen Werkzeuge zur astronomischen Bildbearbeitung übernommen und die praktischste Auswahl davon integriert.

Betrachte es mit der Einstellung zu einem „Amphibienfahrzeug“
Ich verwende oft einen Vergleich: Siril ist ein bisschen wie ein Amphibienfahrzeug – an Land hängt es normalerweise ein Auto nicht ab, und im Wasser ist es einem Boot nicht gewachsen. Mit dieser Erkenntnis als Voraussetzung heranzugehen, ist die richtige Einstellung, um diese kostenlose Software zu nutzen. Es kann von allem ein bisschen, aber in nichts ist es Spitze, und du kannst es nicht direkt mit einem spezialisierten PixInsight oder Photoshop messen.
In welchen Situationen sich Siril eignet
Wann also sollte man es in Betracht ziehen? Mein Rat ist ganz direkt: Wenn du PixInsight noch nicht gekauft hast und beim Stacken mit DeepSkyStacker (DSS) Probleme auftreten, dann ist Siril eine sehr gute kostenlose Alternative.
Beim tatsächlichen Einsatz solltest du auch auf die Details des Ergebnisses achten. Bei manchem Ausgangsmaterial etwa zeigt sich im Stacking-Ergebnis dort, wo die Bildmitte auf die Ränder trifft, ein kleiner Ring aus dunklem Bereich; bei der mit dem FSQ 106 aufgenommenen Aufnahme war dieses Phänomen deutlicher. Auf solche Rand- und Eckprobleme solltest du bei der Beurteilung eines Stacking-Ergebnisses besonders achten.

Fazit
Siril wird PixInsight nicht ersetzen, aber es ist kostenlos, wird laufend aktualisiert und integriert gebräuchliche Werkzeuge – für alle, die noch nicht in kostenpflichtige Software investiert haben oder beim Stacken mit DSS an eine Wand gestoßen sind, eine sehr handfeste Wahl. Der Schlüssel zu seiner Nutzung ist, zuerst die Erwartungshaltung rund um das „Amphibienfahrzeug“ richtig einzustellen.