Einsteiger-Ressourcen und die Beantragung einer PixInsight-Testversion
Wenn man gerade erst mit der Nachbearbeitung astronomischer Bilder beginnt, sind die beiden häufigsten Fragen: Wie kommt man an die Software, und mit welchen Materialien sollte man zu lernen anfangen? Dieser Artikel stellt einige Einsteiger-Ressourcen zusammen, die ich Anfängern empfehle, und erklärt, wie man die Testversion von PixInsight beantragt.
Wie man PixInsight testet
PixInsight ist eine kostenpflichtige Software mit Einmalkauf, aber offiziell gibt es eine kostenlose 45-tägige Testversion. Der Antragsablauf ist wie folgt:
- Gehe auf die offizielle Testseite https://pixinsight.com/trial/ und fülle das dortige Antragsformular für die Testversion aus.
- Warte nach dem Absenden auf die „manuelle“ Prüfung durch die Betreiber. Dieser Schritt wird nicht automatisch freigegeben und erfordert etwas Geduld.
- Nach bestandener Prüfung schicken die Betreiber dem Antragsteller eine E-Mail mit dem Testkonto; über die URL in der E-Mail kannst du die Testversion herunterladen.
- Nach dem Herunterladen und Installieren gibst du die Aktivierungsdaten aus der E-Mail ein und kannst dann deine 45-tägige Testphase starten.

Sobald du die Testberechtigung hast, kannst du mit den Materialien und Videos unten arbeiten und beim Ausprobieren gleich mitlernen.
Die Grundlagen der Kalibrierungsframes: Darks, Flats und Bias
Bevor du mit der Integration beginnst, musst du unbedingt zuerst die Bedeutung und die Aufnahmemethode der drei Kalibrierungsframes verstehen – Darks, Flats und Bias. Das ist das Fundament der Vorverarbeitung; ist das nicht geklärt, gerät später alles schief.
Ein Gleichgesinnter hat eine recht klar geschriebene Reihe chinesischer Artikel zusammengestellt, aufgeteilt in einen ersten und einen zweiten Teil, die Bedeutung und Aufnahmeweise der drei Kalibrierungsframes sehr vollständig erklären. Für alle, die sie noch nicht gelesen haben, lohnt sich ein Blick:
- Die Vorverarbeitung in der Astrofotografie tiefer verstehen (Teil 1): Bedeutung und Aufnahme von Darks, Flats und Bias https://oldmiow.blogspot.com/2021/01/blog-post_3.html
- Die Vorverarbeitung in der Astrofotografie tiefer verstehen (Teil 2) https://oldmiow.blogspot.com/2021/01/blog-post.html
Eine vollständige Demonstration des PixInsight-Workflows
Wenn du dir schnell ein Gesamtbild verschaffen willst, hilft es sehr, einmal eine vollständige Demonstration „von der Vorverarbeitung bis zum fertigen Bild“ anzusehen. Ein Gleichgesinnter aus Hongkong hat auf seinem eigenen YouTube-Kanal eine Reihe einfacher Videos zum PI-Workflow gemacht, mit recht vollständigem Umfang von der Vorverarbeitung bis zum fertigen Produkt – gut geeignet als Orientierung für Anfänger:
- PI-Bildbearbeitungs-Workflow, Demo 1A https://youtu.be/xhdu9wn7H3M
- PI-Bildbearbeitungs-Workflow, Demo 1B https://youtu.be/o933ouT6VSE
Ein reich bebildertes englisches Lehrmaterial
Es gibt außerdem ein für Anfänger geeignetes PixInsight-Lehrmaterial. Es ist zwar auf Englisch geschrieben, aber reich bebildert, sodass es beim Mitverfolgen der Bilder nicht schwer zu verstehen sein dürfte:
Link zum Material: https://www.astrofolio.com/pixinsight-tutorials-book.pdf
Besonders hinweisen möchte ich darauf, dass dieses Material auf Seite 25 das Lasso-Werkzeug von Photoshop verwendet, um eine Nebelmaske zu erstellen – dieser Teil lässt sich eigentlich in PixInsight erledigen, und zwar präziser als beim manuellen Auswählen mit dem PS-Lasso. Ich habe an einem Bild desselben Ziels einmal gezeigt, wie man in PI eine Nebelmaske erstellt; sieh dir dazu das Video an: https://youtu.be/c-gdotBXc7c
Fortgeschritten: direkt bei den Software-Autoren lernen
PixInsight „einfach zu benutzen“ ist eigentlich nicht schwer, aber wenn du überhaupt keine Grundlagen in der Bildbearbeitung hast, rate ich nicht dazu, dich gleich zu Beginn mit einem Buch durchzubeißen. Der bessere Weg ist, dir zuerst die Einführungsvideos anzusehen, die die Autoren von Inside PixInsight für PI-Neulinge vorbereitet haben. Diese Videos sind natürlich auf Englisch und setzen ein grundlegendes englisches Hörverständnis voraus, aber die Inhalte sind Erklärungen aus erster Hand auf offiziellem Niveau und die investierte Zeit wert.
Das ist die Einsteigerkarte, die ich Anfängern mitgeben würde: zuerst die Testversion holen, eine solide Grundlage bei den Kalibrierungsframes legen, einmal die vollständige Workflow-Demonstration ansehen und dann Schritt für Schritt mit Materialien und Videos tiefer einsteigen. Lass dir Zeit – es summiert sich, und du bekommst den Dreh raus.