Ein Überblick über den PixInsight-Workflow in der linearen Phase
Die Nachbearbeitung von Deep-Sky-Aufnahmen lässt sich grob in zwei Phasen unterteilen, eine lineare und eine nichtlineare. Dieser Artikel behandelt den Umriss des Arbeitsablaufs im linearen Zustand – die Schritte sehen nicht nach viel aus, bilden aber das Fundament der gesamten Nachbearbeitung.
Anzeige und Ablauf in der linearen Phase
Im linearen Zustand nutzt du hauptsächlich das STF-Werkzeug (Screen Transfer Function) als Anzeigehilfe, das zugleich beim Einstellen des HT-Werkzeugs (Histogram Transformation) hilft. Am Beispiel einer mit einer Mono-Kamera aufgenommenen Aufnahme sieht der grobe Ablauf so aus:
0. Vorverarbeitung: Calibration, Cosmetic Correction, Debayer (nur bei Farbkameras nötig), Star Alignment, Integration.
Anschließend führst du zunächst eine Hauptrunde der Rauschreduzierung durch und gehst dann in die getrennte Bearbeitung der einzelnen Kanäle über:
- Luminanzkanal: DBE, Dekonvolution.
- Farbkanal: Farbkalibrierung, DBE, Entfernen des überschüssigen Grüns, Entfernen von Rauschen auf Pixelebene.
Danach erhält jeder der beiden Kanäle – Luminanz und Farbe – jeweils ein kräftiges nichtlineares Stretchen (im Flussdiagramm mit kleinen gelben Pfeilen markiert), um Luminanz- und Farbkanal zusammenzuführen und förmlich in die Bearbeitung der nichtlinearen Phase einzutreten.

Ein paar Hinweise
Die Verarbeitungsschritte im linearen Zustand sind zwar nicht zahlreich, aber für Erfolg oder Misserfolg der späteren nichtlinearen Phase absolut entscheidend und es lohnt sich, sie gründlich zu ergründen.
Außerdem unterscheidet sich die Bearbeitung von Galaxien und Nebeln in der linearen Phase eigentlich kaum – sie teilen sich in gewissem Maße fast alle Schritte, sodass man sie nicht als zwei völlig verschiedene Arbeitsabläufe auswendig lernen muss.
Zum Schluss möchte ich dies betonen: Über den gesamten Nachbearbeitungs-Workflow hinweg (besonders in der nichtlinearen Phase) fließt ein großer Teil der Mühe tatsächlich in das Erstellen von Masken. Masken sind eine unverzichtbare, unbedingt zu erlernende Grundfertigkeit der Astrofoto-Nachbearbeitung, aber zugleich eine der am schwersten wirklich zu meisternden Dinge. Je früher du damit anfängst zu üben, desto besser.