Lichtverschmutzungs-Gradienten entfernen: ABE, DBE, Gradient Correction und GraXpert
Dieses Bild sollte ursprünglich in einem Sony-Vortrag als eines der Beispiele für die Gradientenentfernung dienen, nur reichte die Zeit nicht und ich kam nicht mehr dazu. Zufällig hat PixInsight kürzlich den Prozess Gradient Correction (GC) veröffentlicht, also habe ich das Bild kurzerhand noch einmal damit bearbeitet – und das Ergebnis war unerwartet notierenswert.
Dieses Bild entstand vor vier Jahren, kurz bevor ich die ringförmige Sonnenfinsternis in Yunlin-Chiayi fotografierte, ganz beiläufig vom Hotelbalkon aus: keine Flats, keine Nachführung, und der helle Bereich am unteren Bildrand ist die Lichtverschmutzung der Stadt Chiayi. Die Bedingungen waren ziemlich ungünstig – gerade deshalb eignet es sich perfekt als Prüfstein für verschiedene Werkzeuge zur Gradientenentfernung.
Dasselbe Bild, ein Kräftemessen mehrerer Werkzeuge
Zuvor hatte ich DBE mehrere Male von Hand durchgeführt, mit durchweg wenig zufriedenstellenden Ergebnissen (siehe Bild unten rechts). ABE hingegen machte, als ich das Bild hineinwarf, überraschend gute Arbeit (Bild oben Mitte). Und die Überraschung diesmal war: Das ohnehin schon bessere ABE-Ergebnis noch einmal durch GC laufen zu lassen (Bild oben rechts) brachte tatsächlich das beste Resultat hervor – das galaktische Zentrum trat aus der Lichtverschmutzung hervor, und selbst die Überkorrektur, mit der ABE nicht fertig wurde (jener schwarze Schatten leicht links der Bildmitte), wurde in GC gleich mit beseitigt.
Darüber hinaus habe ich auch GC allein getestet (Bild unten links) sowie die Wirkung anderer Modi von GraXpert (Bild unten Mitte) und alles zum Vergleich in der Gegenüberstellung zusammengestellt.

Ein paar Beobachtungen
Ergänzend sei gesagt: Theoretisch sollte DBE bei diesem Bild dasselbe Ergebnis wie ABE erzielen können, der Unterschied liegt einzig darin – man muss die Sample-Punkte richtig setzen und die Parameter gut abstimmen, was viel Zeit kostet. Nicht die Leistungsgrenze des Werkzeugs selbst ist meist das Problem, die eigentlichen Kosten liegen darin, wie viel Mühe der Mensch in seine Bedienung steckt.
Bei solchem Material mit starker Lichtverschmutzung und ohne Flats und Nachführung hat mir die Kombination, mit ABE die Grundlage zu legen und mit GC abzuschließen, diesmal einiges an Arbeit erspart – und dem galaktischen Zentrum, das die Lichtverschmutzung beinahe verschluckt hätte, endlich zum Vorschein verholfen.