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Mono- vs. Farbkamera: eine Abwägung aus Sicht der Bildbearbeitung

Werkzeuge & Hardware2021.09

Mono-Kameras (Mono) und Farbkameras (OSC) haben in der Astrofotografie jeweils ihre Vor- und Nachteile. Dieser Artikel redet nicht über die nackten Zahlen des Datenblatts, sondern rückt die „Bildbearbeitung“ in den Mittelpunkt und bespricht – unter Berücksichtigung der realen Gegebenheiten – die Abwägung einer Mono-Kamera gegenüber einer Farbkamera.

Vorteile einer Mono-Kamera

  1. Rauschen lässt sich leichter handhaben. Da kanalweise aufgenommen wird, bleibt in der Regel mehr Spielraum für die Rauschreduzierung.
  2. Jede Aufnahme hat meist eine höhere Aufnahmeeffizienz. In einem einzelnen Band sammelt sich das Signal effizienter an.
  3. Höhere Fehlertoleranz. Wenn ein Kanal Probleme macht, kannst du die anderen Kanäle nutzen, um ihn auszubessern.

Nachteile einer Mono-Kamera

  1. Die Kosten steigen erheblich. Filter, Filterrad und Autofokussierer türmen alle die Ausgaben für das gesamte System auf.
  2. Jeder Kanal braucht genügend Frames. Das Signal muss auf die einzelnen Kanäle aufgeteilt werden, sodass die Anforderung an die Gesamtaufnahmemenge höher ist.
  3. Es braucht mehr Bildbearbeitungskönnen. Zusammenfügen, Registrieren, Farbabstimmen – jeder Schritt kostet mehr Mühe als bei einer Farbkamera.

Ein kleiner Rat an alle, die einsteigen wollen

Wer also mit einer Mono-Kamera spielen möchte, muss zunächst genug Munition im Geldbeutel bereithalten, dazu reichlich Zeit sowie genügend Bildbearbeitungsfähigkeit mitbringen. Sind diese paar Dinge noch nicht beisammen, würde ich persönlich dennoch empfehlen, zuerst mit einer Farbkamera Technik und Geduld zu schleifen und erst dann zu überlegen, ob man aufrüstet.

Eine Ergänzung zu meiner eigenen Lage: Aus den oben genannten Gründen verbringe ich derzeit zwar die meiste Zeit mit der Bearbeitung von Mono-Bildern, behalte aber tatsächlich immer noch eine Farb-DSLR griffbereit – eine astromodifizierte Nikon D810. Bei Werkzeugen gibt es kein absolutes Besser oder Schlechter; entscheidend ist doch, ob es zu deiner jetzigen Phase und deinen Bedürfnissen passt.