Claude for Legal ist live: der Praxistest eines taiwanischen Patentanwalts
Erst in diesen Tagen, am 12. Mai, brachte Anthropic Claude for Legal heraus und machte Claude damit zu einem Werkzeug, das eigens für juristische Fachleute gedacht ist. Solange es frisch auf dem Markt war, nahm ich mir sofort die Zeit, es einmal gründlich zu studieren.

Auf einen Schlag ziemlich viel aufgetischt
Diesmal wurden auf einen Schlag 12 Plug-ins für Rechtsgebiete (Wirtschaft, Gesellschaftsrecht, IP, Prozessführung und so weiter) sowie Anbindungen an über 20 externe Tools (DocuSign, Westlaw, Box …) herausgebracht – und all das steht jedem zahlenden Nutzer zur Verfügung.
Ich habe mir besonders das IP-Legal-Plug-in darunter angesehen, aber das Ergebnis … war wirklich nur ein „Ansehen“ – für eine gewöhnliche taiwanische Patentkanzlei ist sein Nutzen nämlich gar nicht so groß.
Das Ganze ist nach US-Recht konzipiert
Was es hauptsächlich kann, sind Dinge wie Markenrecherche, Abmahnschreiben, Open-Source-Compliance, FTO und Erinnerungen an Patent-Jahresgebühren, und die gesamte Logik ist nach US-Recht konzipiert. Was hingegen das Verfassen von Patentschriften, die Erwiderung auf OA (Office Actions, Prüfungsbescheide), Erwiderungsschriften und claim-Änderungen (Anspruchsänderungen) angeht, die wir auf der Anmelderseite tagtäglich machen, rührt es in Wahrheit nichts davon an.
Wirklich erhellend ist seine „Vorgehensweise“
Auch wenn es meine vorhandenen Werkzeuge kurzfristig noch nicht ersetzen kann, ist seine Vorgehensweise sehr erhellend: Jedes Plug-in ist eigentlich nichts anderes als ein als Markdown-Datei geschriebenes Skill – eines, das die Nutzer selbst verstehen und selbst abändern können, ganz ohne zu programmieren.
Diese Sache offenbart eigentlich eine wichtige Bedeutung: das eigene fachliche Urteil in ein Format zu bringen, das die KI verstehen kann, und sie dann nach deiner Methode arbeiten zu lassen.
Das ist vielleicht erst der Punkt, den ich mir bei diesem Start am ehesten notieren sollte.