Stretchen mit Multiscale Adaptive Stretch (MAS)
Wenn du Multiscale Adaptive Stretch (MAS, multiskaliges adaptives dynamisches Stretchen) noch nicht ausprobiert hast, finde ich ehrlich, dass du ihm eine Chance geben solltest. Dieser Artikel teilt meine Eindrücke aus dem praktischen Test von MAS sowie die Erfahrung, es zum ersten Mal an einem regulären Werk einzusetzen.
Eine Runde RGB-Stretch-Tests – und ich war beeindruckt
Ich habe ernsthaft eine Runde RGB-Stretch-Tests gemacht und mehrere gängige Werkzeuge nebeneinandergestellt und verglichen: Links das bekannte ArcSinh Stretch, in der Mitte Masked Stretch, rechts MAS – und am Ende war ich von MAS ziemlich beeindruckt.
MAS zeigt bei der Farberhaltung eine hervorragende Leistung: Was hell sein soll, ist hell, was gesättigt sein soll, ist gesättigt, und doch übertreibt es kein bisschen. Es kümmert sich nicht nur um die Sterne – auch die Abstufungen und Farben der Galaxie bleiben vollständig erhalten, sodass das Ganze sauber aussieht und Tiefe hat.
Vielleicht wirkt MAS nicht auf den ersten Blick wie „schwarze Magie“, so wie es bei BXT der Fall ist, aber unter den derzeit gängigen RGB-Stretch-Werkzeugen hat es zweifellos sein eigenes, ganz besonderes und obendrein sehr praktisches Repertoire an Kniffen.

Das erste Bild 2026: MAS im Praxiseinsatz
Tatsächlich waren bei diesem Werk schon 2025 alle Schritte vor dem nichtlinearen Stretchen abgeschlossen, und gerade als MAS herauskam, setzte ich es bei seinem ersten Praxiseinsatz gleich ein. Ich mischte die Ha-Luminanz mit den RGB-Kanälen, überließ das gesamte nichtlineare Stretchen MAS und justierte dann mit HistogramTransformation (HT) noch ein wenig nach – ohne GHS und ohne einen weiteren Stretch-Prozess.
MAS’ Verhalten bei der Sättigung ähnelt in gewissem Maße der Logik der Anpassung „Dynamik“ (Vibrance) in Photoshop: Stellen, deren Farbsättigung bereits recht hoch ist, werden nicht weiter angetastet, während umgekehrt gerade die weniger gesättigten Bereiche maßvoll angehoben werden.
Eines gilt es allerdings zu beachten: Beim Stretchen des Luminanzkanals darf man die Helligkeit nicht sich selbst überlassen, sonst wäscht man leicht die RGB-Farben aus. Zum Schluss nimmt man noch die Anpassung der Gesamttonwerte und des Kontrasts vor. Dieses Bild wurde mit einer ASA 500N aufgenommen; bei ausreichendem SNR traten die Details und Merkmale recht mühelos hervor.