Konzepte und Werkzeuge des nichtlinearen Stretchens: Histogramm und GHS
Ein Deep-Sky-Bild sieht direkt nach der Integration immer pechschwarz aus; erst durch das Stretchen lässt sich das im Dunkeln verborgene Signal herausholen. Dieser Artikel behandelt zwei Aufgaben, die vor und nach dem Stretchen grundlegend, aber oft übersehen sind: zuerst lernen, das Histogramm zu lesen, dann das Stretch-Werkzeug GHS kennenlernen.
Die Geschichte, die dir das Histogramm erzählen will
Ein frisch integriertes, noch nicht gestretchtes Deep-Sky-Bild kann über sein Histogramm tatsächlich eine Menge verraten. Aus der Position und der Breite des Peaks sowie der Verteilung über die einzelnen Kanäle lässt sich grob beurteilen, wie es um diese Aufnahmesession bestellt war.
Ein Beispiel: Ich habe einmal das Histogramm eines Bildes untersucht und konnte daran erkennen, dass das Aufnahmeproblem dieses Bildes darin lag, dass der Gain zu hoch eingestellt war. Für Freunde, die eine DSLR verwenden, entspricht Gain in etwa dem ISO-Konzept an der Kamera. Mit anderen Worten: Noch bevor du überhaupt Hand ans Stretchen legst, hat dir das Histogramm das Problem bereits aufgezeigt.

Wie man den GHS-Prozess (das Skript) verwendet
In der Stretch-Phase ist GHS (Generalized Hyperbolic Stretch) ein in den letzten Jahren viel diskutiertes Werkzeug. Es ist ein recht flexibler, aber auch verhältnismäßig erklärungsbedürftiger Stretch-Prozess.
Was Lernressourcen zu GHS betrifft, empfehle ich persönlich sehr die Tutorial-Videos von Adam Block. Das ist die derzeit ausführlichste und klarste Erklärung im Internet; der Inhalt ist sogar leichter nachvollziehbar als die Videos des GHS-Autors selbst und kommt mit echten Bilddemonstrationen. Wenn du GHS erst halb verstehst, lohnt es sich, dir die Zeit zu nehmen und es einmal durchzusehen; falls es mit deinem englischen Hörverständnis nicht so gut steht, kannst du zur Unterstützung Untertitel einschalten.

Wer tiefer in die Verwendung von GHS einsteigen möchte, kann nach Adam Blocks GHS-Tutorial-Videos suchen.