NINA an einem Tag im Griff: Erfahrungsbericht zur automatisierten Steuerung der Astrofotografie
NINA ist eine kostenlose Software zur Aufnahmesteuerung in der Astrofotografie. Wenn du mit dem gesamten Aufnahmeablauf bereits gut vertraut bist, ist die Einrichtung eigentlich nicht schwer – ich habe etwa einen Tag gebraucht, um damit zurechtzukommen.

Verglichen mit einer anderen Steuerungssoftware jedoch, die ich zuvor häufiger genutzt hatte und die von einem Enthusiasten hier in Taiwan entwickelt wurde, empfinde ich die Einrichtung von NINA persönlich als etwas umständlich, und für Einsteiger ist die Oberfläche nicht gerade benutzerfreundlich.
Nachdem ich es eine Weile tatsächlich benutzt hatte, fielen mir auch einige Schwächen auf: Die Funktionen zum Plate Solving (astrometrische Positionsbestimmung) und zur Planung taugen nicht viel, und die brauchbaren Funktionen setzen meist eine Internetverbindung voraus. Ich habe mehrere lokale Plug-ins ausprobiert, empfand aber keines davon als so schnell und effizient wie schlicht SkySafari Pro direkt auf dem Smartphone.
Noch ein Hinweis: Wenn du wirklich eine „Vollautomatisierung“ erreichen willst, müsstest du theoretisch alle Geräte kaufen, die im Geräte-Menü aufgelistet sind; andernfalls lässt sich der Idealzustand „oben auf dem Berg aufbauen, sich sofort schlafen legen und nach dem Auslösen alles sich selbst überlassen“ eigentlich kaum verwirklichen. Und noch etwas: Das RST-ASCOM-Programm zur Steuerung der Montierung frisst eine Menge Systemressourcen, wofür es bislang offenbar keine Lösung gibt.
Nachtrag: nach dem Praxistest auf dem Berg
Oben habe ich etliche Nachteile aufgezählt, doch nachdem ich oben auf dem Berg tatsächlich damit fotografiert hatte, habe ich mein Urteil über NINA nach oben korrigiert.
Sofern es korrekt eingerichtet ist, verläuft der Aufnahmeablauf von NINA tatsächlich sehr geschmeidig – in der Bedienung insgesamt weit reibungsloser als die zuvor von mir gewohnte Software. Jene Software hatte zu viele Bugs (Fehler); früher blieb sie oft mitten in einer Aufnahmesitzung hängen und musste komplett neu gestartet werden – man könnte fast sagen „einmal aufnehmen, einmal aufhängen“. Obendrein bestand ihr Gehäuse aus schlecht konstruiertem 3D-gedrucktem Kunststoff; obwohl ich sie kaum benutzte, brachen die Schraubrasten von selbst, sodass sich das Gehäuse löste. Im Vergleich dazu ist NINA weitaus stabiler.
Empfehlungen für Anwender in verschiedenen Phasen
Wenn du Einsteiger bist und mich nach einer Steuerungsmethode fragst, empfehle ich den ZWO ASIAIR – einfach einzurichten und schnell zu erlernen. Bist du bereits Fortgeschrittener oder alter Hase, empfehle ich, alles per Computer zu steuern und NINA zu installieren, um den gesamten Aufnahmeablauf zu verwalten; das bietet deutlich mehr Flexibilität und Ausbaumöglichkeiten.