Kühlung einer Gen-4-M.2-SSD: ein Rippenkühlkörper, 10 °C Unterschied
Muss man bei einer M.2-SSD überhaupt über Kühlung nachdenken?
Früher, als ich SATA-SSDs oder PCIe-Gen-3-M.2-SSDs verwendete, habe ich die Kühlung nie ernst genommen – vielleicht, weil die Übertragungsgeschwindigkeiten nicht so hoch waren. Doch mit Gen 4 steigen die Lese-/Schreibgeschwindigkeiten drastisch auf 5.000–7.000 MB pro Sekunde, und die enorme Hitze, die die NAND-Speicherchips und der Controller-Chip erzeugen, lässt das Laufwerk drosseln (Thermal Throttling), was wiederum die Lebensdauer der Speicherchips beeinträchtigt. Kühlung – jetzt kommt man nicht mehr darum herum.

Ein einziger Rippenkühlkörper – 7 °C weniger schon im Leerlauf
Nachdem ich zwei SSDs von taiwanischen Herstellern kaputtgespielt hatte, rüstete ich meinen Systemsteckplatz auf eine Gen-4-SSD der Erstliga-Marke Solidigm um. Doch selbst im direkt mit der CPU verbundenen M.2-Steckplatz blieb die Leerlauftemperatur – nur mit dem dem Mainboard beiliegenden Kühlkörper – durchweg hoch und erreichte 51 °C.
Nach dem Wechsel auf einen passiven Rippenkühlkörper sank die Leerlauftemperatur deutlich um 7 °C.

Der Unterschied fällt unter Last noch deutlicher aus. Nachdem ich einen CrystalDiskMark-Test laufen ließ, der 8 GB Daten las und schrieb, betrug der Temperaturunterschied zwischen beiden 10 °C. Zum Schluss machte ich noch einen Stresstest – das kontinuierliche Schreiben von 1 TB Daten –, und die Konfiguration mit dem Rippenkühlkörper erreichte selbst in der Spitze nur 63 °C.

Fazit: Weg von den Drosselungstemperaturen, und du bekommst die volle Geschwindigkeit
Dieser Wert von 63 °C liegt weit unter der Schwelle von 75 °C, ab der eine typische SSD zu drosseln beginnt. Innerhalb dieses Temperaturbereichs kann diese SSD – ob im Alltagsgebrauch oder beim Betrieb von Bildbearbeitungssoftware – ihre beste Leistung stabil abrufen.
Ein passiver Rippenkühlkörper ist nicht teuer, bringt aber eine Temperatursenkung von 7–10 °C; für eine Gen-4-SSD ist das eine überaus lohnende Investition.