Kometen mit PixInsight bearbeiten (Teil 2): der Komet Tsuchinshan bei 1000 mm langer Brennweite
Der erste Teil der Serie hat den vorläufigen Bearbeitungsablauf für Aufnahmen des Kometen Tsuchinshan (Tsuchinshan-ATLAS, C/2023 A3) mit 135 mm kurzer Brennweite vorgestellt. Dieser Teil wendet sich nun der langen Brennweite zu—sobald die Brennweite 1000 mm und mehr erreicht, muss die Bearbeitungsstrategie angepasst werden. Eine Einführung in die grundlegenden Werkzeuge der Kometenbearbeitung findest du im Artikel „Bildbearbeitung von Kometen: eine allgemeine Einführung“.
Warum die lange Brennweite einen eigenen Ablauf braucht
Im Ablauf für kurze Brennweiten gibt es einen entscheidenden Schritt: Man wendet auf die Bilder Local Normalization oder NSG an, normalisiert also die Gradienten der einzelnen Bilder, bevor man sie integriert. Aber sobald die Brennweite 1000 mm und mehr erreicht und der Komet den größten Teil des Bildes einnimmt, werden die Ergebnisse von Local Normalization oder NSG unbefriedigend—wegen der eigenen Licht-und-Schatten-Änderungen des Kometen und seiner Bewegung—der Normalisierungsalgorithmus wird durch den großflächigen, sich bewegenden Kometen aus dem Tritt gebracht.

Deshalb habe ich beim Bearbeiten des mit langer Brennweite aufgenommenen Kometen Tsuchinshan aus den Schritten des vorigen Teils den Normalisierungsteil herausgekürzt. Diesen folgenden Ablauf verwende ich selbst, um Kometenbilder zu bearbeiten, die bei 1000 mm und 4000 mm aufgenommen wurden.
Der achtstufige Ablauf
- Mit WBPP die Bilder bis zur Stufe der Sternregistrierung kalibrieren (man erhält die sternregistrierten Bilder A).
- Die sternregistrierten Bilder A integrieren (man erhält das integrierte Sternbild B, das später noch DBE und Farbkalibrierung braucht).
- Die sternregistrierten Bilder A der Kometenregistrierung unterziehen (man erhält die kometenregistrierten Bilder C).
- Die Sterne aus den kometenregistrierten Bildern C entfernen (man erhält die sternlosen, kometenregistrierten Bilder D).
- Die sternlosen, kometenregistrierten Bilder D integrieren (man erhält das integrierte reine Kometenbild E).
- Die Sternreste auf dem reinen Kometenbild E beseitigen (man erhält das reine Kometenbild F, das später noch DBE und Farbkalibrierung braucht).
- Aus dem integrierten Sternbild B die reinen Sterne extrahieren (man erhält das reine Sternbild B1 und verwirft den Hintergrund von Bild B) und es mit dem reinen Kometenbild F kombinieren.
- Das kombinierte Bild retuschieren.
Im Vergleich zum Ablauf für kurze Brennweiten besteht der Hauptunterschied darin, dass die beiden Normalisierungsschritte NSG/LN (ursprünglich Schritt 2 und 6) entfernt wurden. Ohne Normalisierung müssen die Gradienten vom nachgelagerten DBE ordentlich ausgeglichen werden—dasselbe Prinzip wie beim Abwägen des „Normalisierung einkürzen“ im Ablauf für kurze Brennweiten.
