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Wann du eine Maske brauchst: Damit helle Sterne beim Stretchen nicht ausfressen

Stretching & Nichtlinear2022.05

Im Netz sieht man oft eine bestimmte Art von Bild: Ein großer, heller Stern im Bild sättigt und wird zu einem großen, aufgeblähten Klumpen, der alles um sich herum auffrisst. Das ist meist kein Aufnahmeproblem, sondern ein Fall von „Maske gebraucht, aber nicht benutzt“ in der Nachbearbeitung. Dieser Artikel erklärt, wann du eine Maske brauchst, und nennt eine praktische Quelle für Sternmasken.

Ohne Maske fressen helle Sterne aus

Stell dir ein Bild vor, das bereits im Endstadium ist, in dem du Feinabstimmungen an Kontrast und Helligkeit vornimmst. Egal wie gut die Sterne zuvor bearbeitet wurden: Sobald du in diesem Schritt die Helligkeit des gesamten Bildes direkt anpasst, ohne jeden Schutz durch eine Maske, sieht das Ergebnis aus wie ganz links in der Abbildung unten – der große, helle Stern sättigt als Erster und platzt dann zu einem riesigen Stern auf. Genau das ist der Grund, warum so viele „Bilder mit großen, hellen Sternen“ im Netz irgendwie seltsam aussehen.

Links: keine Maske verwendet, heller Stern ausgefressen; Mitte: das ideale Ergebnis nach Anwenden einer Maske; rechts: die verwendete Sternmaske

Umgekehrt: Wenn du eine Sternmaske wie die ganz rechts in der Abbildung anwendest und dann Kontrast, Helligkeit und Sättigung des Bildes anpasst, bleiben die Sterne unberührt:

  • Die großen, hellen Sterne werden dadurch nicht größer oder verformt;
  • und die kleinen Sterne bekommen durch das Anheben der Sättigung keine Farbringe oder Farbflecken am Rand oder im Zentrum, die sonst den Gesamteindruck ruinieren würden.

Das Endergebnis kommt dann dem mittleren Bild der Abbildung nahe – saubere Sterne, helle Sterne im Zaum gehalten.

Wie man eine solche Maske erstellt

Der Nutzen einer solchen Sternmaske ist nicht auf PixInsight beschränkt; du kannst sie auch als TIF oder in einem anderen passenden Format speichern und in Photoshop als Ebenenmaske verwenden.

Und wie entsteht die Maske selbst? Herkömmlich funktioniert PIs Werkzeug zur Maskenerstellung per Strukturerkennung bei großen, hellen Sternen nicht gut – im Klartext: Große, helle Sterne werden von ihm oft nicht als „Sterne“ gewertet und fallen durchs Raster. Mein eigener Ansatz ist, die Sternmaske zu nutzen, die StarNet 2 beim Entfernen der Sterne „ganz nebenbei erzeugt“, dieses Sternbild zu nehmen, es ein wenig anzupassen und dann zu verwenden. So werden selbst die großen, hellen Sterne zuverlässig erfasst – viel zuverlässiger als die herkömmliche Strukturerkennung.

Fazit

Eine der Aufgaben einer Maske ist es, die bereits fertig bearbeiteten Sterne bei Anpassungen von Gesamthelligkeit, Kontrast und Sättigung „einzurahmen und zu schützen“. Die Entscheidung, ob du sie brauchst, ist einfach: Sobald es in deinem Bild deutlich helle Sterne gibt und du ein Stretchen oder eine Sättigungsverstärkung vornehmen willst, solltest du zuerst eine Sternmaske vorbereiten – damit die mühsam eingefangenen hellen Sterne nicht im allerletzten Schritt ausfressen.