Wie Blend-Modi funktionieren und ebenenbasierte Operationen in PixInsight
Das Mischen von Pixeln (Blending) ist eine der Kerntechniken der Astro-Bildbearbeitung. Egal ob du Photoshop oder PixInsight verwendest — zu verstehen, wie Blend-Modi funktionieren, ist oft wichtiger, als sich einen Haufen Bedienschritte einzuprägen. Dieser Artikel fasst meine Notizen zu Blend-Modi zusammen und zeigt, wie man in PixInsight mit einem ebenenorientierten Denken ähnliche Effekte erzielt.
Photoshops Stärke ist das Blending
Was Photoshop am besten kann, ist bis zum Ende durchzublenden und das mit unzähligen Ebenenmasken (layer mask) zur feinen Kontrolle zu kombinieren. Zu den in der Astro-Bildbearbeitung häufiger verwendeten Blend-Modi gehören:
- Darken (Abdunkeln)
- Multiply (Multiplizieren)
- Screen (Negativ multiplizieren)
- Overlay (Ineinanderkopieren)
- Soft Light (Weiches Licht)
- Luminosity (Luminanz)

Die Mathematik hinter den Blend-Modi
Um Blend-Modi wirklich gut zu nutzen, hilft es sehr, die mathematische Formel hinter jedem einzelnen Modus zu verstehen. Jeder Blend-Modus entspricht in Wahrheit einer Formel der Pixelberechnung — kennst du die Formel, kannst du vorhersehen, was passiert, wenn zwei Bilder übereinandergelegt werden, statt nur nach Gefühl herumzuprobieren.
RBA, der Autor der Website deepskycolors, hat schon vor langer Zeit alle Blend-Modi und ihre zugehörigen Formeln in einer einzigen Tabelle zusammengestellt — sehr praktisch, und ich empfehle jedem Gleichgesinnten, der es tiefer verstehen will, sie zum Abgleich aufzuspüren.
Ebenenbasierte Operationen in PixInsight
PixInsight hat kein Ebenenbedienfeld wie Photoshop, aber es kann jedes einzelne, eigenständige Bild durchaus als eine „Ebene“ betrachten. Um Photoshops Ebenen-Blending zu erreichen, gibt es hauptsächlich zwei Wege:
- PixelMath: kann genau dasselbe wie die Blend-Modi, nur musst du die Formel selbst schreiben.
- Das Blend-Skript: die Modi im Menü sind fast dieselben wie in Photoshop, dazu kommen noch einige eigens für Astro-Bilder entworfene Modi, und es kann auch automatisch einen Screen-Stretch durchführen.
Ehrlich gesagt kommt PixInsights Ebenen-Blending, was die Flexibilität der Bedienung angeht, wohl nicht einmal auf ein Zehntel von Photoshop. Doch erfreulicherweise gibt es in der Community Skripte mit Echtzeitvorschau. Zum Beispiel bietet das imageblend-Skript von Cosmic Photons die Möglichkeit, das Blend-Ergebnis in Echtzeit in der Vorschau zu sehen.

Wenn du mit Photoshops Ebenen-Blending vertraut bist, wirst du feststellen, dass die Einstellungen des imageblend-Skripts leicht von der Hand gehen. Seine größte Einschränkung ist, dass man die Anzahl der zu blendenden Bilder nicht frei anpassen kann — man ist vollständig an die Optionen gebunden, die das Skript bietet (dieses Skript etwa verarbeitet nur zwei Bilder auf einmal). Für PixInsight-Nutzer ist eine Echtzeitvorschau aber bereits ein sehr bequemer Schritt. Den Download-Link des Skripts bekommst du auf der Website des ursprünglichen Autors; füge ihn manuell zum Update-Repository von PixInsight hinzu und wähle dann „Update“, um es zu installieren.
Eine vollständige Zusammenstellung der mathematischen Formeln der Blend-Modi findest du bei Deep Sky Colors unter „Formulas for Photoshop blending modes“: https://www.deepskycolors.com/archivo/2010/04/21/formulas-for-Photoshop-blending-modes.html