Photoshop-Retusche: Halos und blaue Ringe um helle Sterne
Ein Astrofoto in Photoshop von Anfang bis Ende komplett zu bearbeiten ist eigentlich gar nicht so einfach—du musst sehr geduldig Masken erstellen und einsetzen, und der Komfort ist nicht besonders gut. Aber wenn du es als „Retusche-Werkzeug für die Schlussphase“ einordnest, erweist sich Photoshop überraschenderweise als recht nützlich. Dieser Artikel fasst ein paar Retusche-Techniken zusammen, die ich häufig zum Finalisieren verwende, vor allem gegen die blauen Ringe neben hellen Sternen und die Halos, die durch Filter entstehen.
Die blauen Ringe neben hellen Sternen beim Finalisieren entfernen
Bei einem Bild hatte ich zuvor in der Schlussphase in Lightroom keine Maske verwendet und die Sättigung einfach wild hochgezogen, mit dem Ergebnis, dass neben den hellen Sternen blaue Ringe auftauchten. Später habe ich in Photoshop eine Runde Retusche gemacht und diese blauen Ringe damit wegbekommen. Das zeigt, dass Photoshop als abschließendes Finalisierungs-Werkzeug die Spuren ausbessern kann, die grobes Vorgehen in früheren Schritten hinterlässt.

Den blauen Halo reduzieren, den ein Korrektor verursacht
Ein weiteres Beispiel ist der Pferdekopfnebel B33. Als ich dieses Bild im Jahr davor bearbeitete, verursachte der Korrektor zwei deutliche blaue Halos im Bild, die ich einfach nicht zum Verschwinden bringen konnte. Später lernte ich ein bisschen Photoshop und konnte mit ein paar Anfänger-Techniken den Einfluss der Halos endlich etwas abmildern. Wenn du die beiden Bilder von vorher und nachher hin- und herschaltest, siehst du den Unterschied.
Ehrlich gesagt muss ich hier allerdings zwei Dinge offen zugeben: Erstens ist die grundlegendste Lösung eigentlich doch, den Korrektor auszutauschen—Photoshop kuriert nur die Symptome; zweitens habe ich erst, nachdem ich den blauen Halo entfernt hatte, entdeckt, dass am äußeren Rand noch ein schwarzer Ring war (der übrigens nicht durch Dark Clipping entstanden ist).

Randständige Halos durch Filter: eine allgemeine Lösung
Halos, die durch Filter entstehen, sind ein häufiges Phänomen; egal ob du einen günstigen oder einen teuren Schmalband-Filter verwendest, um helle Sterne herum können Halos auftreten. Sie zu behandeln ist eigentlich nicht schwer:
- Photoshop: Mit dem Auswahlellipse-Werkzeug (Elliptical Marquee Tool) erstellst du eine passende Auswahl und senkst dann die Sättigung dieses Bereichs—manchmal lässt sich das lästige Problem damit ganz leicht lösen.
- PixInsight: Das Vorgehen ist analog, nur musst du diese Maske von Hand per PixelMath heraussubtrahieren (für die Auswahl kannst du das GAME-Skript hinzunehmen); entscheidend ist, nur den Halo auszuwählen und nicht das Zentrum des Sterns.

Erwähnenswert ist, dass diese Vorgehensweise nicht nur Halos beseitigen kann, die durch Filter entstehen, sondern sich auch einsetzen lässt, um Geisterbilder zu entfernen, die das Teleskop selbst oder ein Reducer bzw. Flattener verursacht. Eine ziemlich vielseitige Technik zum Abschließen.