Wie man Nachbearbeitungssoftware auswählt: Preise und Nutzungsverteilung gängiger Programme
Dieser Artikel ist aus Notizen der Jahre 2021 bis 2022 zusammengestellt; die Softwarepreise und Wechselkurse im Text geben den damaligen Stand wieder und haben sich seither vielfach verändert, und auch die Nutzungsverteilung spiegelt nur die Lage zum Zeitpunkt jener einen Umfrage wider. Richte dich vor einem tatsächlichen Kauf bitte nach den jeweils aktuellsten offiziellen Preisen.
Wenn man mit der Nachbearbeitung von Astro-Bildern anfangen will, ist die erste Frage oft: „Welche Software soll ich nehmen?“ Dieser Artikel stellt die damaligen Preise einiger gängiger kostenpflichtiger Programme zusammen sowie die Nutzungsverteilung aus einer Community-Umfrage, um denen, die noch am Auswählen sind, einen Anhaltspunkt zu geben.
Preise gängiger kostenpflichtiger Software
Im Folgenden die damals zusammengestellten Preise (die Umrechnung von Euro in Taiwan-Dollar erfolgt zum ungefähren Wechselkurs jener Zeit):
PixInsight
- 230 Euro (etwa 7.654 Taiwan-Dollar), Kauflizenz, ohne Begrenzung der Gerätezahl.
Astro Pixel Processor
- 165 Euro (etwa 5.500 Taiwan-Dollar), Kauflizenz, Lizenz für drei Geräte;
- 60 Euro (etwa 2.000 Taiwan-Dollar), Miete für ein Jahr, Lizenz für drei Geräte.
Photoshop
- Einzelabonnement: Monatsmiete etwa 640 Taiwan-Dollar; Jahresmiete etwa 7.680 Taiwan-Dollar.
- Foto-Abo (Photoshop + Lightroom): Monatsmiete etwa 326 Taiwan-Dollar; Jahresmiete etwa 3.912 Taiwan-Dollar.
Affinity Photo
- Etwa 830 Taiwan-Dollar, Kauflizenz.
Ein paar Kernpunkte zur Kauflogik: PixInsight hat zwar einen recht hohen Stückpreis, ist aber eine Kauflizenz ohne Gerätebegrenzung, sodass es sich über die lange Zeit gerechnet für Nutzer mehrerer Rechner tatsächlich lohnt; APP bietet sowohl Kauf als auch Miete an; Photoshop läuft über ein Abomodell, wobei das „Foto-Abo“ der günstigste Einstieg in PS ist; Affinity Photo punktet mit einer günstigen Kauflizenz und eignet sich für alle, die ein begrenztes Budget haben und zugleich ein allgemeines Bildbearbeitungswerkzeug wollen.
Was benutzen eigentlich alle?
Der Preis ist eine Sache, was die Leute in der Community tatsächlich verwenden, eine andere. Damals habe ich einmal eine Umfrage zur Nutzungsverteilung von Software zur Deep-Sky-Bearbeitung durchgeführt und insgesamt 190 Stimmen erhalten. Die ersten vier Plätze:
- Photoshop: 31 %
- PixInsight: 22 %
- DeepSkyStacker (DSS): 14 %
- Astro Pixel Processor: 11 %

An dieser Verteilung lassen sich einige Dinge ablesen: Photoshop ist dank seiner Vielseitigkeit und der bestehenden Nutzerbasis nach wie vor das meistgenutzte Nachbearbeitungswerkzeug; PixInsight belegt als astro-spezifische Software Platz zwei, was seine Stellung unter fortgeschrittenen Astrofotografen zeigt; DSS wiederum sitzt, weil es völlig kostenlos ist, fest als Hauptkraft für das Einsteiger-Stacking; und auch APP hat eine gewisse Nutzergruppe.
Fazit
Keine einzige Software ist „die richtige Antwort“. Bei begrenztem Budget und wenn du erst einmal nur stacken willst, reichen kostenlose Werkzeuge wie DSS oder Siril zum Einstieg; wer sich langfristig auf professionelle Astro-Bearbeitung einlassen will, für den ist PixInsights geräteunbegrenzte Kauflizenz sehr reizvoll; und wer Photoshop bereits kennt, kann sein vorhandenes Werkzeug weiterverwenden und je nach Bedarf dazukaufen. Mach dir zuerst dein eigenes Nutzungsszenario klar und gleiche es dann mit den obigen Preisen und der Verteilung ab — das ist praktischer, als blind dem Teuersten hinterherzujagen.