Kommt ein taiwanischer Reisepass durch ID.me? Drei Wochen Ringen um den Zugang zu den offenen Daten des USPTO
Als taiwanischer Patentanwalt (Patentvertreter in Taiwan) wollte ich die Open-Data-API des USPTO (des US-amerikanischen Patent- und Markenamts) anbinden – und blieb ausgerechnet an einer Identitätsprüfung namens ID.me hängen. Vom Beginn des Antrags bis zu dem Tag, an dem ich es endlich schaffte, zog sich die ganze Tortur über fast drei Wochen hin. Ich bin auch einem amerikanischen Kollegen sehr dankbar, der denselben Weg vor mir gegangen ist und mir bestätigt hat, dass dieser Weg – dass auch ein Nicht-Amerikaner die Prüfung bestehen kann – tatsächlich gangbar ist.
Das Fazit vorweg: Mit einem taiwanischen Reisepass kommst du durch, aber der Weg ist nicht eben leicht.

Die erste Falle: der Registrierungspfad
Schon von Anfang an musst du aufpassen. Bei der Registrierung musst du unbedingt den Pfad „Ich wohne nicht in den Vereinigten Staaten“ wählen; fass auf keinen Fall Self-Service an, sonst wirst du auf eine Sackgasse umgeleitet, die eine SSN (eine US-amerikanische Sozialversicherungsnummer) verlangt.
Als Nächstes kommt das Feld für die Telefonnummer, das auf US-Vorwahlen festgelegt ist. In der mobilen Version fand ich keinen Link zum Überspringen; erst durch den Wechsel zur Desktop-Version löste ich das Problem.

Die zweite Hürde: die Dokumentenprüfung
Auch die Dokumentenprüfung hielt mich auf. Mein Führerschein wurde abgelehnt, weil es sich um ein nicht englischsprachiges Dokument handelte, sodass ich selbst eine chinesisch-englische Übersetzung beilegen und erneut hochladen musste.
Danach kam das lange Warten. Diese Ungewissheit, ob man nun wirklich bestanden hat, zehrt wirklich ziemlich an den Nerven.

Die dritte Hürde: einen Videotermin zu ergattern ist Glückssache
Einen Termin für die Video-Verifizierung zu bekommen, ist erst recht Glückssache. Die Wartezeit schwankte ständig zwischen gut zwanzig und gut vierzig Minuten. Meine Erkenntnis: Sobald die Seite eine Wartezeit von über einer Stunde anzeigt, kannst du im Grunde nicht mehr damit rechnen, an diesem Tag noch dranzukommen.
Außerdem musst du auch bei der Terminzeit besonders aufpassen. Ob die vom System angezeigte Zeit nun die lokale GMT+8-Zeit ist oder die US-amerikanische Central Time – auch das ist eine große Falle, und bei der kleinsten Unachtsamkeit verpasst du ihn.
Das Videogespräch selbst: überraschend reibungslos
Der Ablauf des Videogesprächs selbst war eigentlich recht amüsant. Ich hatte mir eigentlich einen ganzen Stapel englischer Spickzettel vorbereitet, aus Angst, ins Stocken zu geraten – und traf dann auf einen Prüfer mit einem unglaublich starken Akzent, von dem ich kaum ein Wort verstand, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als die Zähne zusammenzubeißen und einfach zu tun, was er sagte.
Zum Glück wurde mir zu keinem Zeitpunkt irgendeine Schwierigkeit gemacht; mein Gegenüber sah die Dokumente durch, überprüfte mein Gesicht, und in gut zehn Minuten war es geschafft.

Einmal leiden reicht
Einmal leiden reicht. Sobald du die Verifizierung bestanden hast, kannst du dich künftig bei jedem US-amerikanischen Behördendienst, der ID.me nutzt, direkt anmelden.
Jetzt lassen sich die Patente und Marken des USPTO im Volltext sowie die prosecution history direkt herausziehen. Die drei Wochen Ringen haben sich am Ende doch gelohnt.