Astro Pixel Processor: Nutzungseindrücke und Update-Geschichte
Dieser Artikel ist aus meinen Notizen aus den Jahren 2021 bis 2022 zusammengestellt und hält fest, wie sich Astro Pixel Processor in den damaligen Versionen geschlagen hat. Die zugehörigen Werkzeuge und Abläufe sind seither womöglich aktualisiert worden, behalte beim Lesen also den zeitlichen Rahmen im Auge.
Astro Pixel Processor (im Folgenden kurz APP) ist eine kostenpflichtige Astro-Bildbearbeitungssoftware, deren Aushängeschilder die Integration und das Zusammensetzen von Mosaiken sind. In diesem Zeitraum habe ich ihre Updates fortlaufend verfolgt und sie auch tatsächlich gegen Siril und PixInsight antreten lassen. Hier fasse ich meine damaligen Beobachtungen zusammen, als Anhaltspunkt für alle, die noch abwägen, ob sie zugreifen sollen.
1.083 beta: Ein angeblich selbst entwickeltes Werkzeug zur Sternentfernung
Ende Mai 2021 brachte APP leise die Testversion 1.083 beta 2 heraus, mit drei wesentlichen Neuerungen:
- Ein Werkzeug zum Entfernen (Subtrahieren) der Sterne, bei dem der Autor betonte, es setze nicht StarNet++ ein, sondern sei vollständig mit einem eigenen Algorithmus entwickelt;
- Verfeinerungen am Registrierungswerkzeug;
- Verbesserungen an weiteren Bearbeitungs- und Speicherwerkzeugen.
Die Sternentfernung war die aufsehenerregendste neue Funktion dieser Version, und ich habe sie sofort ausprobiert. Das Ergebnis war nicht überzeugend — der Vorgang verschlang enorm viel Arbeitsspeicher, nach der Sternentfernung brach das Bild auseinander, und am Ende scheiterte sogar das Speichern. Wenn dein Rechner keine 12 GB oder mehr Arbeitsspeicher hat, wird diese Funktion wahrscheinlich einfach komplett einfrieren — ich rate dir, sie vorerst zu meiden. Der Autor sagte damals, eine offizielle Version werde bald erscheinen.
Die offizielle Version 1.083: Das Werkzeug zur Sternentfernung wurde stattdessen schlechter
Im Januar 2022 aktualisierte APP endlich auf die stabile Version 1.083. Die offiziell aufgeführten Update-Highlights waren zahlreich:
- Ein brandneues Star Reducer-Werkzeug (Sternverkleinerung);
- Die Verarbeitungsgeschwindigkeit um rund 15–30 % gesteigert;
- Neu hinzugekommen: Kometen-Registrierung (Comet registration);
- Unterstützung neuer Kameramodelle wie der Canon EOS R5 und R6;
- Ein stark verbessertes selektives HSL-Farbwerkzeug;
- Neue Batch-Werkzeuge;
- Ein neues Speichermodul mit PNG-Unterstützung.
Die Geschwindigkeitssteigerung und die Kometen-Registrierung sind echte Fortschritte. Doch jenes groß beworbene Werkzeug zur Sternentfernung schien in der offiziellen Version noch schlechter zu arbeiten als in der Beta. Um ihm nicht unrecht zu tun, habe ich den Test mehrmals wiederholt, und das Ergebnis war jedes Mal dasselbe. Die offizielle Werbung hatte eigens den Tarantelnebel für den Vergleich herangezogen, also habe auch ich den Tarantelnebel hindurchgeschickt — die Geschwindigkeit war tatsächlich sehr hoch, aber vom Ergebnis war kaum eine Sternentfernung zu erkennen, und obendrein wurden einige Sterne beschädigt.


Das Fazit ist einfach: Diese Sternentfernungs-Funktion ist ebenso ein Desaster — benutz sie nicht, nimm einfach das kostenlose StarNet++. Wo es draußen mit StarNet++ längst eine ausgereifte Lösung gibt, ausgerechnet von vorn anzufangen und einen eigenen Algorithmus zu basteln, ist ehrlich gesagt schwer nachzuvollziehen.
Auch die Registrierung ruiniert Fotos
Neben der Sternentfernung ließ mich APP auch bei der Registrierung in eine Falle tappen. Bei der Registrierung mit den Standardwerten treten im integrierten Bild anormale schwarze Ringe auf. Ich habe mehrere Sätze Material herausgekramt, die mit verschiedenen Teleskopen aufgenommen wurden, um das zu überprüfen — große Teleskope wie das CDK 17 und CDK 20 ebenso wie kleine Refraktoren wie das FSQ 106 — und alle zeigten dasselbe Phänomen.



Wegen dieses Problems habe ich danach — außer für Lehr-Demonstrationen — APP nicht mehr zur Integration von Bildern verwendet.
Mein Gesamturteil
Ehrlich gesagt war meine Erfahrung mit dieser Software nicht gut: voller Bugs, und auch die Richtung der Updates konnte ich schwer gutheißen (im selben Zeitraum hatte PixInsight innerhalb eines Jahres gleich drei große Updates).
Wenn du Anfänger bist und einfach nur Bilder integrieren willst, dann greif lieber gleich zum kostenlosen Siril. Wenn du fortgeschrittener Anwender bist, würde ich dir raten, die von APP integrierten Endergebnisse genau unter die Lupe zu nehmen und sie mit Siril oder PixInsight zu vergleichen — bei vielen Details stimmt in Wahrheit etwas nicht.
Damals dachte ich sogar zeitweise daran, die drei Lizenzseriennummern, die ich besaß, zu verkaufen — zu fad, um es zu genießen, aber zu schade, um es wegzuwerfen. Aber andererseits: Nachdem ich meine Eindrücke so unverblümt niedergeschrieben habe, wird sich diese Software danach überhaupt noch verkaufen lassen?