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Wie sich die Anwendungsstrategie von BXT und traditioneller Dekonvolution unterscheidet

Lineare Phase2023.01

Als ich kürzlich Bilder mit BlurXTerminator (BXT) bearbeitete, fragte ein Mitbegeisterter: Gibt es beim Einsatz Unterschiede zur traditionellen Dekonvolution? Hier teile ich ein paar Erkenntnisse.

Traditionelle Dekonvolution: nur auf den Luminanzkanal angewandt

Traditionell wird die Dekonvolution nur auf den Luminanzkanal angewandt. Daher:

  • Bei Bildern einer Monochrom-Kamera wendet man die Dekonvolution direkt auf den L-Kanal an und überspringt die RGB-Kanäle;
  • bei Bildern einer Farbkamera extrahiert man zunächst den Luminanzkanal aus dem RGB-Bild und bearbeitet diesen, während das ursprüngliche RGB-Bild übersprungen wird.

Diese Logik hat sich über Jahre bewährt, denn die Dekonvolution befasst sich hauptsächlich mit Details in den Helligkeitsabstufungen und mit der Schärfe der Sterne.

BXT ist etwas anders: Die Sterne schrumpfen deutlich

BXT hat im Gebrauch einen entscheidenden Unterschied – es lässt die Sterne stark schrumpfen. Übernimmt man den traditionellen Ansatz, „nur auf den Luminanzkanal anzuwenden“, entsteht die Situation rechts im Bild unten: Die Sterne der RGB-Kanäle sind deutlich größer als die des L-Kanals, sodass rund um die Sterne Farbsäume (Farbausfransung) auftreten. Wendet man es umgekehrt auf L und RGB gleichzeitig an, tritt dieses Problem so gut wie gar nicht auf (wie im linken Bild).

Gegenüberstellung der BXT-Anwendungsstrategien: nur auf den L-Kanal anzuwenden verursacht Farbsäume bei den RGB-Sternen, während die gleichzeitige Anwendung auf L und RGB normal aussieht

Empfohlene Anwendungsstrategie

Je nach Kameratyp empfehle ich folgendes Vorgehen:

  1. Bilder einer Monochrom-Kamera: gleichzeitig auf L und RGB anwenden; oder nur auf L anwenden, wobei dann die Sterne in den RGB-Kanälen separat verkleinert werden müssen, um zu den geschrumpften L-Sternen zu passen.
  2. Bilder einer Farbkamera: Man muss nicht erst L extrahieren, sondern kann es direkt auf das RGB-Bild anwenden und danach L extrahieren, um andere nötige Bearbeitungen oder das Stretchen durchzuführen.

BXT macht die Dekonvolution schnell und gut, aber es verändert die Größe der Sterne und damit einhergehend auch die Abstimmungsstrategie zwischen den Kanälen. Erst wer das versteht, kann vermeiden, sich mühsam durch das Schärfen zu arbeiten und am Ende einen Farbhalo-Ring einzuhandeln. Teile gern auch deine eigenen Erfahrungen mit BXT oder der traditionellen Dekonvolution.