KI-Entrauschen im Vergleich: NoiseXTerminator, Photoshop, Lightroom
Dieser Artikel beruht auf Notizen aus dem Jahr 2023. Manche der Werkzeuge oder Abläufe wurden inzwischen aktualisiert – behalte das beim Lesen bitte im Hinterkopf.
In den letzten Tagen habe ich ein paar Umwege gemacht und mir endlich ein klares Bild von Adobes KI-Entrauschen in Photoshop und Lightroom verschafft; bei der Gelegenheit vergleiche ich es gleich mit dem in der Astrofotografie gängigen NoiseXTerminator (NXT). Das Fazit vorweg: Die Wirkung des KI-Entrauschens ist ziemlich deutlich (siehe das Ergebnis in Abbildung 1).

Testumgebung
Software
- Photoshop 2023, mit installiertem Adobe Camera Raw 15.3
- Lightroom 12.3
- NoiseXTerminator 1.2.2 AI2
Hardware
- AMD R9-7950X mit nVidia RTX 3060 12G
Aufgenommene Rohdateien: RAW-Dateien einer Panasonic G9
Ein paar Dinge, die mir beim Testen aufgefallen sind
Erstens: Eine entrauschte DNG-Datei muss in Adobe-Software geöffnet werden. Öffnest du eine von Photoshop oder Lightroom erzeugte, entrauschte DNG-Datei in anderer Software (etwa PixInsight oder Affinity Photo), siehst du das Entrauschungsergebnis überhaupt nicht. Für den Vergleich in Abbildung 1 musste ich die DNG-Datei erst als TIFF speichern, bevor ich sie in PixInsight öffnen und den Entrauschungseffekt sehen konnte.
Zweitens: Photoshop und Lightroom nutzen die Ressourcen sehr unterschiedlich. Obwohl beide Produkte desselben Unternehmens sind, unterscheidet sich ihre CPU- und GPU-Auslastung deutlich (siehe Abbildung 2 und 3):
- Photoshops KI-Entrauschen nutzt die GPU nur teilweise, die Hauptberechnung stützt sich weiterhin auf die CPU, weshalb es langsamer ist und rund 5 bis 7 Minuten dauert (beim Test auf einem Gaming-Laptop konnte es die GPU sogar überhaupt nicht nutzen und musste allein auf der CPU rechnen).
- Lightroom nutzt hauptsächlich die GPU und ist daher sehr schnell – in etwa unter 10 Sekunden fertig.
- NXT ist, wie in früheren Tests, bei korrekter Einstellung ebenfalls in unter 10 Sekunden fertig.


Drittens: Adobes KI-Entrauschen frisst nur Kamera-Rohdateien. Das KI-Entrauschen von Photoshop und Lightroom hat eine wichtige Einschränkung: Es kann nur die Rohdatei einer Kamera (oder eines Smartphones) verarbeiten; FITS-Dateien gekühlter Kameras oder Dateien wie TIFF akzeptiert es nicht. In der Praxis bleibt es damit auf Nutzer beschränkt, die überwiegend Einzelaufnahmen mit einer Digitalkamera machen; für die nach dem Integrieren und ähnlich bearbeiteten Dateien der Astrofotografie ist Adobes KI-Entrauschen nicht zu gebrauchen. Und genau darin liegt der Wert eines Werkzeugs wie NoiseXTerminator, das eigens für Astro-Workflows entwickelt wurde.