
NGC 2997
- Objekttyp
- Galaxie
- Aufnahmedaten
- ASA 500N · FLI ML16803
- Gesamtbelichtungszeit
- 10h
NGC 2997 – Das Feuerrad des Südhimmels im galaktischen Dunst
In Richtung des Sternbilds Luftpumpe am Südhimmel liegt ein prachtvolles Inseluniversum, rund dreißig bis vierzig Millionen Lichtjahre von uns entfernt – die Feuerrad-Galaxie im Sternbild Luftpumpe.
Sie breitet sich beinahe genau frontal zu unserer Blickrichtung aus, wie ein feines kosmisches Windrad, und zeigt zwei vollkommen symmetrische Spiralarme. Die gesamte Galaxie misst im Durchmesser über hundertzwanzigtausend Lichtjahre; blaue Haufen junger Riesensterne, rosafarbene Sternentstehungsgebiete sowie dunkle Staubbänder verweben sich in den Spiralarmen zu einer Leinwand voller Lebenskraft. Doch dieses Bild birgt noch eine weitere Ebene kosmischer Geschichte.
Der weite, blassrote Nebeldunst, der sich rund um NGC 2997 ausbreitet, stammt in Wahrheit gar nicht von dieser fernen Galaxie, sondern gehört zu unserer eigenen Milchstraße – jener überaus schwache Hα-Dunst im interstellaren Raum, der jenseits der galaktischen Scheibe treibt. Wie ein halbdurchsichtiger kosmischer Schleier schwebt er still zwischen uns und der fernen Galaxie und lässt dieses Foto zugleich das Vorhandensein „zweier kosmischer Größenordnungen“ festhalten.
Dies ist eine Brutstätte der Sternentstehung. Der Kern von NGC 2997 ist von ausgedehnten ionisierten Wasserstoffwolken umgeben, über die Spiralarme verteilen sich helle Sternhaufen und leuchtendes Gas, sodass die ganze Galaxie einen sanften, doch energiegeladenen blau-rosa Farbton annimmt. Ihre Masse beträgt etwa hundert Milliarden Sonnenmassen; sie ist das strahlendste Mitglied ihrer Galaxiengruppe und wird zudem von einigen Dutzend Zwerggalaxien umkreist, was zeigt, dass sie sich in einer regen, belebten kosmischen Umgebung befindet.
In den vergangenen gut zwanzig Jahren wurden in dieser Galaxie bereits zwei Supernova-Ausbrüche verzeichnet, wie ein vom Universum eigenhändig geschlagener Takt, der beweist, dass sie noch heute ungestüm neues Leben hervorbringt. Forschungen haben zudem ergeben, dass NGC 2997 ein geordnetes und schönes spiralförmiges Magnetfeld besitzt, das die Gaswolken still dazu anleitet, zu rotieren, zu kollabieren und schließlich einen neugeborenen Stern nach dem anderen zu entzünden.
Von der ESO bis zum Hubble-Weltraumteleskop haben unzählige große Observatorien diesen Schatz des Südhimmels betrachtet. Und nun tritt er auch in diesem Werk still in Erscheinung.
Auf der einen Seite eine dreißig Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie, auf der anderen das Flüstern unserer Milchstraße – die beiden begegnen einander in ein und demselben Bild.
ASA500N
FLI Proline 16803
DDM85
Astrodon LRGBHa 50 mm
Lx10, Rx11, Gx10, Bx9, Hax20, 600s
Gesamtbelichtungszeit: 10 Stunden
Aufnahmeort: Chilescope