Sternartefakte: Hard Edges und Sternschäden
Zoomt man in ein fertiges Werk hinein, verrät der Zustand der Sterne oft am deutlichsten das Können der Nachbearbeitung. Werden Sterne während der Verarbeitung beschädigt oder werden Artefakte erzeugt, sieht man es im verkleinerten Bild nicht, aber sobald man hineinzoomt, zeigt sich die wahre Gestalt. Dieser Artikel ordnet zwei häufige Arten von Sternartefakten – Sternschäden und Hard Edges – sowie ihre Ursachen.
Sternschäden: meist eine schlecht gemachte Maske
Der Hauptübeltäter bei Sternschäden ist gewöhnlich eine schlecht gemachte Maske. Zoomt man hinein, sieht man es: Auf einem kleinen Bild oder einer Miniatur auf Facebook mag es nicht auffallen, doch zoomt man nach bestimmten Verarbeitungsschritten hinein, stellt man oft fest, dass die Sterne in Mitleidenschaft gezogen wurden. An einem Beispielsatz gezeigt:
- Ein mittelheller Stern wird wegen einer falschen Maske nach der Sternverkleinerung per Erosion (in PS der Filter „Minimieren“) in seinem Zentrum verformt und asymmetrisch – genau die häufige Nebenwirkung eines Erosionsfilters.
- Auch kleine Sterne entwickeln aus demselben Grund an ihren Rändern teilweise dunkle Ringe.
Nachdem die Maske neu justiert und die Sterne erneut verkleinert wurden, bleiben die Sternränder weitgehend normal, und es kommt zu keiner Verformung mehr.


Letztlich ist es für einen selbst und nicht für andere, die Sterndetails ordentlich hinzubekommen. Diese Makel zeigen sich erst bei sehr starker Vergrößerung; du magst andere täuschen, aber du würdest nur dich selbst enttäuschen – auch deshalb kostet die Bildbearbeitung so viel Zeit.

Hard Edges: während der Verarbeitung verstärkte Artefakte
Eine weitere häufige Situation sind Hard Edges im Inneren oder am Rand eines Sterns. Sie sind in Wirklichkeit Artefakte, die während der Verarbeitung „erzeugt“ oder „verstärkt“ wurden – der Beweis: In der frisch integrierten Rohdatei existiert diese Art von Hard Edge nicht, sie taucht erst in der nachfolgenden Verarbeitung auf.


Hard Edges treten nicht nur bei Schmalbandbildern auf – auch LRGB hat sie. Nach bisheriger Erfahrung ist die Hauptursache nach wie vor die Sternmaske: Erstellt man eine korrekte Sternmaske, lässt sich das Problem fast vollständig lösen.
Darüber hinaus gibt es eine leicht übersehene Ursache: jener Ring um den Rand eines Sterns wird während der Verarbeitung sehr leicht verstärkt. Wenn du mit mehreren Filtern aufnimmst und die Sterngrößen von Filter zu Filter unterschiedlich sind und du sie nicht vorab aufeinander abgestimmt hast, dann entwickeln sich nach dem Kombinieren der Kanäle an den Rändern der unterschiedlich großen Sterne während der Verarbeitung Ring um Ring aus Schwarz (oder Weiß).
Gut aussehende Sterne hinzubekommen ist also in Wahrheit eine sehr anspruchsvolle Sache. Umgekehrt gilt: Wenn die Sterne theoretisch gut verarbeitet sind, ist das eigentliche Aufnahmeobjekt desselben Bildes meist auch nicht schlecht – wie gut die Sterne aussehen, ist gewissermaßen ein Miniaturbild der Feinheit deiner Nachbearbeitung. Kein Wunder, dass Schmalband besonders viele Sternprobleme hat; wenn man ohne die Sterne auskommt, lässt man sie besser gleich weg.